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Der Sammler Heinz Kirchhoff

Heinz Kirchhoff (1905 – 1997) war von 1954 bis 1973 Ordinarius für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Direktor der Göttinger Universitätsfrauenklinik. Als leidenschaftlicher Sammler interessierte er sich für Objekte, die sich auf die Bedeutung der Frau in verschiedenen Epochen und Kulturen bezogen, dargestellt als Göttin, Gebärende, Mutter, als Symbol für Fruchtbarkeit, Spiritualität, Weisheit, Schönheit, aber auch für Macht, Stärke und Magie. Als wissenschaftlicher Referent, besonders befasst mit den Problemen der Familienplanung und wie er selbst sagte „leidenschaftlicher Globetrotter“, führten ihn seine Reisen in alle Regionen der Welt. Überall hielt er Ausschau nach Objekten, er forschte in Museen und Bibliotheken, arbeitete sich in umfassende Literatur und Quellen ein, er ordnete, katalogisierte seine Sammlung und kaufte gezielt von Archäologen, auf Auktionen, im Kunsthandel. Er ließ Repliken in musealer Qualität anfertigen, um die Dokumentation wichtiger Objekte zu vervollständigen. Schließlich schenkte er die Sammlung der Universität, nicht zuletzt, um eine wissenschaftliche Aufarbeitung
zu ermöglichen.

Die Motivation

„Zum einen bestand der Wunsch, eine möglichst lückenlose, von der Altsteinzeit bis heute reichende und verschiedene Kulturen umfassende Sammlung künstlerischer Umsetzung der Themen ‚Frau‘, ‚Muttergottheit‘, ‚Fruchtbarkeitsidole‘, ‚Frau als Spenderin des Lebens‘ und ‚Mutterschaft‘ aufzubauen. Weit im Vordergrund mit überragender Bedeutung stand und steht aber der Vorsatz, durch diese museale Ausstellung von Zeichen und Figuren der ‚Weiblichkeit‘ auf die ungewöhnlich große Bedeutung der Frau als Ursymbol der Fruchtbarkeit im Leben der Menschheit hinzuweisen, ohne jedoch ihre Fähigkeiten und Aufgaben auf die Schwerpunkte dieser Ausstellung begrenzen zu wollen. Damit ist der Wunsch verbunden, durch unsere Demonstration der Vielfalt historischer und globaler Beispiele von Wertschätzung oder Verehrung des Weiblichen, einen Beitrag zu leisten, die unleugbar auch heute noch und trotz aller Wandlungsansätze bestehende Unterbewertung der Frau gegenüber dem Mann nicht nur
zu mindern, sondern endlich zu überwinden. Der Gleichstellung, Gleichachtung und Würdigung der Frau in jeglicher Form sowie der nur so aufzubauenden Partnerschaft gehört die Zukunft.“
Heinz Kirchhoff