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Thema Afrika

Die Kunst der afrikanischen Völker steht meist in engem Zusammenhang mit Bereichen des religiös-gesellschaftlichen Lebens. Häufig handelt es sich dabei um künstlerisch hochwertige Schnitzarbeiten aus Holz in Form von Kultobjekten (Darstellungen von Göttern, Geistern oder Ahnen), Emblemen der Macht (z. B. Figurenhocker für höhergestellte Personen) oder Prestigeobjekten wie Zeremonialstäbe.
Stillende Frau

Ghana, Ethnie: Ashanti, Alter unbekannt

Bei dieser Mutter-Kind-Plastik handelt es sich wahrscheinlich um eine Ahnenfigur, die auf einem kleinen Altar im Inneren eines Hauses gestanden hat. Diese Ahnin hatte vermutlich eine Bewachungs-, Schutz- und Abwehrfunktion inne, d.h. sie wachte über die Geschicke der Hausbewohner.

(Original, Holz)
Die Verwendung und Bedeutung im rituellen oder alltäglichen Kontext kann oft nicht mit Sicherheit genannt werden, da ein Großteil der Objekte über Händler nach Europa gelangte und nicht von Wissenschaftlern oder Sammlern vor Ort erworben wurde. Selbst wenn dies der Fall war, wurden bewußt Informationen vorenthalten, da sich aus religiösen Vorstellungen heraus die Preisgabe solchen Wissens verbietet.

Bei den Holzplastiken, die Ahnen darstellen, ist das Mutter-Kind-Motiv oft vertreten, da der Mutterschaft in den afrikanischen Gesellschaften eine besondere Bedeutung zukommt. Es ist zum einen die soziale Verpflichtung der Frau, den Bestand der Familie und der erweiterten gesellschaftlichen Gruppe zu sichern. Zum anderen ist damit aber auch die Vorstellung verbunden, daß die Ahnen in den Kindern wiedergeboren werden und sich dadurch der Kreis schließt, der Tote und Lebende in einer zirkulierenden Weitergabe von Lebenskraft verbindet.

Das Sinnbild der Mutterschaft erweitert hier den Aspekt der Fruchtbarkeit aber auch im Hinblick auf die Vermehrung der Tiere und das Gedeihen der Feldfrüchte. Solche Mutter-Kind-Figuren finden sich häufig auf Hausaltären wieder: Sie stehen als Erinnerungsstück, bekräftigen den Wunsch nach Kindern oder sind eine Weihegabe für erfüllte Bitten und Wünsche.
Goldstaubgewicht

Ghana, Ethnie: Ashanti, Alter unbekannt

Dieses Stück zeigt die Darstellung einer Geburtsszene. Solche mit figürlichen Darstellungen versehene Gewichte dienten vor der zwangsweisen Einführung der englischen Währung im Jahre 1912 als Maßeinheit für Goldstaub. Aufgrund der großen Nachfrage auf den internationalen Kunstmärkten werden zunehmend Nachbildungen hergestellt. Dieses Stück ist vermutlich eine solche künstlerische Arbeit zu Verkaufszwecken ohne Funktion als Gewichtseinheit.

(Original, Gelbguß)