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Thema Mittel- und Südamerika

Gegen Ende der präklassischen (1500 v.Chr. bis etwa 300 n.Chr.) und zu Beginn der klassischen Periode (um 300 bis 900 n.Chr.) entwickelten sich im westlichen Mexiko bedeutende Kulturen, die früher meist als Tarasken bezeichnet wurden. Heute werden sie nach jenen mexikanischen Gebieten benannt, in denen sich ihre Kultstätten befinden: Colima, Jalisco und Nayarit. Es enstanden überwiegend Figurengefäße und Tonfigurinen. Alle diese Objekte wurden in unterirdischen Schachtgräbern verwahrt, wodurch eine ungewöhnlich große Zahl von ihnen erhalten blieb. Neben den hier in der Ausstellung gezeigten weiblichen Plastiken fanden sich in den Gräbern auch andere Genre-Skulpturen. Oftmals spiegeln sie das Dorfleben der Menschen in allen Facetten wider. Es wird vermutet, daß diese zum Teil sehr naturalistischen Darstellungen als Wegbegleitung in die ‚neue‘ Welt und auch als Erinnerung für die Toten dienten.
Mutter-Kind-Figur

West-Mexiko, Provinz Nayarit, 300-900 n.Chr.

Die genauen Fundumstände dieser Figur sind unbekannt. Doch weisen Vergleichsstücke aus der Provinz Nayarit darauf hin, daß es sich hier vermutlich um eine aus einem Grabschacht geborgene Plastik handelt, die als Erinnerungsstück für den Toten oder als Wegbegleitung in die ‚neue‘ Welt gedeutet werden kann.

(Original, Ton)
Die Caraja-Indianer leben an den Ufern des Rio Araguaya, einem der größten Ströme Zentral-Brasiliens. Besonders bemerkenswert innerhalb des kunstgewerblichen Schaffens der Caraja sind ihre Figuren aus Ton (Litjoko). Die ersten bekanntgewordenen Puppen datieren aus der Zeit um 1870. Auffällig, vor allem bei älteren Figuren, ist die Steatophygie (Fettsteißigkeit). Da das äußere Erscheinungsbild dem der altsteinzeitlichen Frauenstatuetten sehr ähnelt, galten sie zunächst als Fruchtbarkeitsfiguren, wurden aber bald als Spielzeug identifiziert. Es diente dazu, Kinder in die Gesellschaft der Erwachsenen zu integrieren. Im Laufe der Zeit veränderten sich sowohl die Funktion der Puppen als auch ihr tradiertes Aussehen. Heute werden sie meistens für den Verkauf an Touristen hergestellt.
Figur einer schwangeren Frau

Brasilien, Ethnie: Caraja, Alter unbekannt

Diese Figur wurde wohl ursprünglich als Kinderspielzeug benutzt. Kinder erhielten hierdurch Hilfen, spielerisch den Übergang in die Welt der Erwachsenen zu bewältigen. Heute werden derartige Figuren meist als Souvenir für Touristen hergestellt und verkauft.

(Original, Ton)