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Thema Ur- und Frühgeschichte

Aus dem Paläolithikum (Altsteinzeit, 30.000 bis 10.000 v. Chr.) sind die frühesten Kunstwerke Europas überliefert, die vermutlich religiösen Zwecken dienten. Es sind dabei sowohl gravierte als auch plastische Frauendarstellungen bekannt, die trotz der großen räumlichen Distanz zwischen den einzelnen Fundorten alle eine ähnliche Gestalt aufweisen: Ein anonymer Kopf ohne ausgeprägte Gesichtszüge, große Brüste, ein stark gewölbter Bauch und ein breites Becken. Allen bisher gefundenen Frauenstatuetten fehlen Füße. Für diese Art von Figuren, man fand in Europa über 400, wurde der Sammelbegriff "Venusfigur" geprägt. Ihre Funktion ist wahrscheinlich in rituellen Fruchtbarkeitszeremonien zu suchen.
Venus von Savignano

Italien, ca. 25.000-18.000 v.Chr.

Dargestellt ist ein stilisierter Frauenkörper mit der für diese Art von Statuetten typischen Überbetonung der weiblichen Formen. Sie wurde 1925 zufällig bei Bauarbeiten in dem italienischen Ort Savignano (Emilia Romagna) in einem Meter Bodentiefe gefunden. Mit ihren 22 cm zählt sie zu den größten bisher gefundenen Figuren. Vermutlich fand diese fußlose Statuette eine Verwendung als Fruchtbarkeitsidol, das bei religiösen Zeremonien in die Erde gesteckt wurde.

(Original: grüner Serpentin-Stein, Prähistorisches Museum A. Pigorini, Rom)
Diese Figuren standen vermutlich in enger Verbindung mit dem Glauben an eine "Große Mutter". Man nimmt an, daß es sich um Votivgaben handelt, die von Bittstellern für Gottheiten niedergelegt wurden.

Aus Kleinasien (heutige Türkei) stammen weibliche Plastiken, die üppige Körperformen aufweisen oder den Geburtsvorgang darstellen. Sie wurden an damaligen Orten religiöser Verehrung, aber auch in einfachen Wohnräumen gefunden und sind wahrscheinlich auf Grund ihres Erscheinungsbildes als Symbol für Fruchtbarkeit zu deuten.
Frauenfigur

Anatolien, Hacilar, 5600 v.Chr.

Diese Figur weist einen naturalistischen Stil auf. Aufgrund der üppigen Körperformen wird angenommen, daß es sich um die Darstellung einer weiblichen Gottheit handelt, die über Leben (Fruchtbarkeit) und Tod herrschte.

(Original: bemalter Ton, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin)